Rezension: “Fix und Forty” von Rhoda Janzen

Written By: Buch-Magazin - Jul• 19•12

In den USA bereits 2009 erschienen, zählt Rhoda Janzens Buch „Mennonite in a Little Black Dress – A Memoir of Going Home“ zu den gefeierten Bestsellern der „New York Times“. Nun ist der humorvoll geschriebene, aber auch nachdenklich stimmende autobiografische Roman in den deutschen Buchläden unter dem Titel „Fix und Forty erhältlich.

Man mag es kaum glauben, tatsächlich eine Biografie in den Händen zu halten. Viel zu ungewöhnlich klingt diese Lebensgeschichte. Nach 15-jähriger Ehe wird Rhoda im Alter von 42 von ihrem Mann für einen Liebhaber verlassen, den dieser im Internet kennengelernt hat. Aufgrund ineinander greifender Ereignisse vor den Trümmern ihrer Existenz stehend, nutzt sie den unausweichlichen Wendepunkt, um zu ihren Wurzeln, einem mennonitischen Elternhaus, zurückzukehren und zu sich selbst zu finden.

Schon Elizabeth Gilbert („Eat, Pray, Love“) pries den Stil und die Wortgewandtheit der Kalifornierin Janzen an, die in ihrem Buch kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern sich klar, ehrlich und offen mit ihrer religiösen Herkunft und ihrer Scheidung auseinandersetzt.

Sie zeichnet ein sanftmütiges, hier und da aber auch überzogenes Porträt ihrer Familie, ohne dabei respektlos zu werden oder auf notwendige Selbstironie zu verzichten. Trotz aller Schicksalsschläge, die die Autorin zu ihrem Elternhaus zurückbringen, fehlt es ihr nie an Humor. Wer aber jetzt einen Bericht über mennonitisches Leben erwartet, der wird hier enttäuscht werden. Denn darum geht es nicht. Die Leserschaft lernt vor allem ihre Mutter Mary mit den Augen einer dankbaren Tochter kennen… und lieben.

Unterhaltsam verknüpft Janzen scheinbar zusammenhangslose Anekdoten ihrer Kindheit mit Ereignissen ihrer unmittelbaren Gegenwart zu Memoiren, die einem Quilt gleichen.

Ricarda Wendt

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